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Merz will die Wirtschaft stärken!

Merz will die Wirtschaft stärken! | Symbolbild KI-generiert © 2026 EMH AG JS by Flux

Arbeitskosten runter – aber für wen eigentlich?

Wenn Friedrich Merz davon spricht, die deutsche Wirtschaft wieder „wettbewerbsfähig“ zu machen, setzt er zuerst bei den Arbeitskosten an. Gemeint sind Lohnnebenkosten, Sozialabgaben und alles, was Unternehmen aus Sicht der Arbeitgeber „belastet“. Merz argumentiert, Deutschland sei im internationalen Vergleich zu teuer, Arbeitsplätze wanderten ab, Investitionen blieben aus¹. Das klingt nach ökonomischer Vernunft, doch die Kehrseite ist offensichtlich: Sinkende Arbeitskosten bedeuten fast immer sinkende Einnahmen für Sozialkassen oder steigenden Druck auf Löhne.
Was in Interviews gern als „Entlastung der Wirtschaft“ verkauft wird, landet beim Bürger oft als schleichende Verschlechterung der Absicherung. Weniger Beiträge zur Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung müssen irgendwo kompensiert werden – entweder durch höhere Eigenanteile oder durch Leistungskürzungen. Merz vermeidet diesen Teil der Rechnung meist elegant. Für Beschäftigte bleibt damit die Frage: Wird Arbeit wirklich fairer entlastet oder nur billiger gemacht?²

Energiekosten senken – Entlastung oder Umverteilung?

Der zweite Hebel sind die Energiekosten, seit dem Ukrainekrieg ein politisches Dauerbrennglas. Merz fordert niedrigere Strompreise für Industrie und Mittelstand, weniger Abgaben, weniger staatliche Eingriffe³. Für Unternehmen ist das Musik in den Ohren, denn hohe Energiepreise gelten als Standortnachteil. Doch die Erfahrung zeigt: Entlastungen für die Industrie werden häufig über den Staatshaushalt oder Umlagen finanziert.
Am Ende zahlt der Bürger doppelt – einmal über Steuern, einmal über steigende Haushaltsenergiepreise. Während energieintensive Großverbraucher Sonderregelungen erhalten, bleibt der private Stromkunde oft außen vor. Die große Frage lautet also nicht, ob Energiekosten sinken sollen, sondern für wen. Merz’ Konzept bleibt hier vage, vermeidet klare Aussagen zur sozialen Abfederung und setzt auf den Markt als Problemlöser. Für viele Haushalte ist das ein riskantes Experiment⁴.

Bürokratieabbau – viel Applaus, wenig Details

Kaum ein politisches Versprechen bekommt so viel Applaus wie der Ruf nach weniger Bürokratie. Merz spricht von einem „Befreiungsschlag“ für Unternehmen, von schnelleren Genehmigungen und weniger Formularen. Tatsächlich klagen Firmen seit Jahren über Überregulierung, lange Verfahren und ineffiziente Verwaltungen⁵. Doch Bürokratie ist selten Selbstzweck – sie schützt Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards und Verbraucher.
Wer Bürokratie abbaut, muss sagen, welche Regeln fallen sollen. Genau hier bleibt Merz auffällig unkonkret. Weniger Berichtspflichten? Weniger Umweltauflagen? Lockerer Arbeitsschutz? Für Unternehmen kann das Kosten senken, für Bürger aber Risiken erhöhen. Der Abbau von Bürokratie ist schnell gefordert, doch die Folgen treffen oft jene, die keine Lobby haben. Zwischen Effizienz und Schutz verläuft eine dünne Linie, die Merz bislang nicht klar markiert.

Steuern senken – Entlastung mit Nebenwirkungen

Der vierte Hebel ist die Steuerlast. Merz fordert niedrigere Unternehmenssteuern, Anreize für Investitionen und mehr „Leistungsfreundlichkeit“. Deutschland müsse international konkurrenzfähig bleiben, sonst fließe Kapital ab¹. Was logisch klingt, hat einen Haken: Sinkende Steuereinnahmen reißen Löcher in die öffentlichen Haushalte.
Diese Löcher werden entweder durch neue Schulden oder durch Kürzungen geschlossen – bei Infrastruktur, Bildung oder Sozialleistungen. Für Bürger bedeutet das oft schlechtere Leistungen bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten. Merz verspricht Wachstum, das sich „für alle“ lohnen soll, doch die Erfahrung früherer Steuersenkungen zeigt: Der Effekt kommt selten gleichmäßig an. Am Ende bleibt die Kernfrage dieses Programms unbeantwortet: Was bleibt beim Bürger wirklich hängen – außer dem Gefühl, dass er wieder mitfinanziert?

 

Quellenverzeichnis:

 

Pressekontakt:

Europe Media House AG
Redaktion Wirtschaft
Bahnhofstrasse 19
9100 CH-Herisau
E-Mail: info(at)emhmail.ch
Internet: www.europe-media-house.com

 

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