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Venezuelas Gold verschwindet in Genf!

Venezuelas Gold verschwindet | Symbolbild KI-generiert © 2026 EMH AG JS by Flux

Venezuelas Gold verschwindet: Maduro flog 127 Tonnen in die Schweiz, Spur verliert sich in Genf! Der Flug der Barren – 127 Tonnen, dann wird es still.

Es klingt wie ein Thriller, ist aber sauber in Schweizer Daten nachvollziehbar: Zwischen 2012 und 2016 brachte Venezuela per Flugzeug 127 Tonnen Gold in die Schweiz – damals im Wert von knapp 4,7 Milliarden Franken.¹ Offiziell ging es um Verarbeitung, Zertifizierung, Weitertransport: Gold sollte zu Geld werden, zu Härte, zu Luft zum Atmen für einen Staat, der schon damals wirtschaftlich am Rand stand.¹ Und trotzdem wirkt das Ganze wie eine Aktion im Halbdunkel: „still und heimlich“, schreibt die Schweizer Seite – bemerkenswert nicht nur wegen der Menge, sondern auch, weil es vorher und nachher keine vergleichbaren Lieferungen gab.¹
Das Pikante: Die Lieferungen lassen sich über die Schweizer Zollstatistik belegen – und genau da beginnt die Ironie.² Was als nachvollziehbarer Transfer startet, endet politisch wie finanziell als Fragezeichen. Denn selbst wenn klar ist, dass Gold ankam, bleibt bei der entscheidenden Frage Nebel: Wo ist es heute? Was wurde verkauft, was umgeschmolzen, was weitergeschoben – und wer hat am Ende die Hand drauf?²

Vom Staatsgold zur Ware – und plötzlich passt nichts mehr zusammen

Reuters fasst die Dimension hart zusammen: Unter Maduro seien 113 metrische Tonnen Gold im Wert von rund 4,14 Milliarden Franken (5,2 Mrd. Dollar) in die Schweiz gegangen – basierend auf ausgewerteten Zolldaten.³ Das klingt nach einer anderen Zahl als die „127 Tonnen“ – und genau diese Differenz ist der Stoff, aus dem Misstrauen entsteht. Die einfachere Erklärung: unterschiedliche Zeitfenster und Auswertungslogiken (Maduro-Amtszeit 2013–2016 vs. Gesamtzeitraum 2012–2016).³¹ Für die Öffentlichkeit bleibt aber das gleiche Gefühl: Viel Gold verlässt das Land, und am Ende gibt es keine saubere, allgemein überprüfbare Kette, was daraus wurde.
Reuters schreibt zudem, ab 2017 bis 2025 sei kein venezolanisches Gold mehr in die Schweiz exportiert worden; als Kontext werden EU-Sanktionen ab 2017 genannt, die die Schweiz 2018 übernahm – allerdings ohne generelles Schweizer Gold-Embargo.⁴ Das kann man als politische Zäsur lesen – oder als Moment, in dem das Modell „Gold gegen Devisen“ schlicht ausgereizt war. Reuters zitiert eine Analystin mit dem Satz, die Zentralbank habe in den Jahren 2012 bis 2016 „distress selling“ betrieben – also Verkäufe aus Not.⁴
Und genau hier kippt die Story: Notverkauf erklärt den Druck – aber nicht das Verschwinden der Transparenz. Notverkauf erklärt, warum ein Staat Gold versilbert – aber nicht, warum ein großer Teil für die Öffentlichkeit wie vom Erdboden geschluckt wirkt.

Schweiz als Drehscheibe – raffiniert, umgeschmolzen, weitergeschoben

SRF beschreibt die Schweiz als internationale Drehscheibe: Gold werde hierzulande in Raffinerien umgeschmolzen, in verschiedene Barren-Größen gebracht und danach vermutlich in andere Länder weitertransportiert – als Beispiel wird etwa Großbritannien als weiterer wichtiger Hub genannt, außerdem habe Venezuela viel Gold in die Türkei verkauft.⁵ Das ist plausibel – und zugleich das perfekte Rezept für das große Verschwinden in der Praxis: Sobald Gold raffiniert und in Handelsketten aufgeteilt wird, wird die Spur nicht „weg“, aber sie wird für Außenstehende nahezu unlesbar.
Dazu kommt: Die Schweiz ist nicht einfach irgendein Markt, sie ist strukturell ein Schwergewicht. Eine Schweizer Bundesstudie zum Goldsektor betont, die Schweiz gehöre zu den wichtigsten Handels- und Raffinerieplätzen weltweit; sie importiere jährlich enorme Mengen Rohgold, und die Wertschöpfungsketten seien komplex (Transport, Handel, Raffination).⁷ In so einem System ist vieles legal – aber nicht automatisch durchsichtig. Und wo Intransparenz Alltag ist, reicht schon ein kleiner Schubs, damit Staatsvermögen nicht nur den Besitzer wechselt, sondern auch die Nachvollziehbarkeit.

Versehen oder gezielte Schwächung? Das Gift heißt Intransparenz

War es also „nur“ Chaos, Missmanagement, der Versuch, den Staatsapparat über Wasser zu halten? Oder war es mehr: ein bewusstes Wegziehen von Vermögen aus dem Zugriff der Öffentlichkeit – vielleicht sogar aus dem Zugriff eines künftigen politischen Gegners? Swissinfo beschreibt in einem breiteren Kontext, dass es rund um venezolanisches Gold Vorwürfe illegaler Förderung und intransparenter Geldflüsse gibt; die Recherche betont das Risiko, dass Gelder aus dubiosen Goldgeschäften in Finanzstrukturen landen könnten, die schwer zu durchleuchten sind.⁶
Diese Verbindung ist der dunkle Schatten über der Geschichte: Selbst wenn der konkrete Goldtransfer aus Zentralbankreserven formal dokumentiert ist, trifft er auf ein Umfeld, in dem Goldhandel und Finanzplatzlogik Diskretion belohnen. Und Reuters bringt es auf den Punkt: Nach der Ankunft könne das Gold „bei Gegenparteien im Finanzsektor“ geblieben sein, oder als kleinere Barren nach Asien gegangen sein – oder irgendwohin in die Welt.⁸
Das ist der Moment, in dem aus einer wirtschaftlichen Maßnahme eine politische Waffe wird. Denn ein Staat, der sein Gold verliert – oder es so bewegt, dass es faktisch unauffindbar wird – verliert nicht nur Reserven. Er verliert Handlungsmacht. Ob das am Ende ein Versehen war, eine Verkettung aus Not und schlechter Kontrolle, oder eine gezielte Schwächung (von innen oder durch clever genutzte Strukturen von außen): Solange die Kette nicht transparent ist, bleibt die Tür offen für den schlimmsten Verdacht.

Quellenverzeichnis:

 

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