Gold kommt zurück ins Bankensystem – oder: die Mär vom süßen Brei zeitgemäß umgesetzt

Ein geldpolitischer Kommentar von Hannes Zipfel, Vorstand und Chefökonom der VSP AG

Wer kennt es nicht – das Grimm´sche Märchen vom süßen Brei? Die Geschichte ist schnell erzählt: sie handelt von einem armen Mädchen, das allein mit seiner Mutter lebt und eines Tages im Wald von einer alten Frau einen Topf erhält, aus dem auf Zuruf süßer Brei quillt. Bis eines Tages die Mutter in Abwesenheit der Tochter den Topf verwendet, aber das Wort vergessen hat, mit dem der Brei zu stoppen ist. Und so quillt dieser ohne Unterlass, bis er die Küche, das Haus, ja die ganze Straße erfüllt hat … Was aber hat das historische Märchen mit heutigem Edelmetallinvestment zu tun?

Nun, aktuell tobt die Diskussion, wie Banken krisenfest gemacht werden können – mit möglichst solider Eigenkapitalausstattung (Stichwort Basel III). Die bisherigen Erfahrungen mit der Kapitalausstattung und dem Liquiditätsmanagement der Banken in der Finanzkrise führten zu der Forderung nach verschärften Regeln. Und selbst die Banken sehen diese Notwendigkeit mittlerweile ein. Vorgesehen ist eine Erhöhung der harten Kernkapitalquote auf 4,5 % – durch einen Kapitalpuffer sind es de facto sogar 7 %.

Dieses Kernkapital kann bislang nur in Form von Bareinlagen oder Staatsanleihen vorgehalten werden. Dass soll sich nun ändern. Geht es nach dem Willen der Bankenlobby und dem Entwurf der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu Basel III, soll nun auch Gold als erstklassiges Kernkapital – sog. ‘Tier 1 Capital’ – gelten. Damit bekäme Gold als Bankreserve den gleichen Status wie Bargeld oder Staatsanleihen und damit eine Bedeutung, die es seit 1971 nicht mehr besessen hat!

Der noch zu deckende Eigenkapitalbedarf der Banken durch Basel III wird bis 2018 mit 577 Mrd. EUR prognostiziert. Dies könnten die Nachfrage nach dem zum “Tier 1 Capital” aufgestiegenen Gold massiv steigern. Erste Goldkäufe durch nationale Großbanken sind bereits Vorboten dieses zu erwartenden Nachfrageschubes.

Die Banken profitieren im doppelten Sinne davon, Kernkapital in Form von Gold zu bilden. Das Metall kann, anders als Staatsanleihen, nicht bankrottgehen und die kontinuierliche Wertsteigerung des edlen Metalls lässt die Eigenkapitalquote automatisch steigen – so, wie es z.B. bei der Bundesbank schon seit 12 Jahren der Fall ist. Damit schließt sich der Bogen zum Märchen vom süßen Brei, denn die Banken erhoffen sich den gleichen Effekt vom Gold in ihren Bilanzen.

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